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Spender werden

Lassen Sie sich typisieren, damit Sie als potenzieller Stammzellspender zur Verfügung stehen können, wenn es darauf ankommt ein Menschenleben zu retten!

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Die Kosten einer Typisierung werden weder durch Bund oder Länder noch durch die Krankenkassen getragen. Daher sind wir auf Ihre finanzielle Hilfe angewiesen.

Organisieren Sie eine Typisierungsaktion!

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Erlebnisbericht einer Stammzellenspende

Vor einigen Jahren befragten Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes West die Spender meines Wohnorts (300 km bis Ratingen), ob sie gegebenenfalls auch zu einer Stammzellenspende durch Blut bereit wären und ob sie eine Typisierung durchführen dürften. Das Ganze klang sehr vernünftig und so ließ ich die Typisierung, eine einfache Blutabnahme für eine Untersuchung, durchführen. Auch wenn mir die Wahrscheinlichkeit für eine reale Spende letztendlich äußerst gering erschien. Nach circa einem halben Jahr wurde ich um weitere Blutproben gebeten, meine Hausärztin zapfte sie ab und sandte sie an die WSZE. Dann passierte erst einmal nichts. Keine Rückmeldung, keine weitere Kontaktaufnahme und ich vergaß das Thema im Alltagsgeschehen, mich als „Karteileiche“ in irgendeiner Datenbank des DRK ahnend.

Erlebnisbericht einer Stammzellenspende - Peter Heidrich Im Februar 2014 erhielt ich von einem freundlichen Mitarbeiter der WSZE in Ratingen einen Anruf, ob ich immer noch zur Stammzellenspende bereit sei. Es gäbe einen Patienten, auf den meine Daten ideal passen und wann ich denn kommen könne? Da meine grundsätzliche Entscheidung ja schon mit der Zustimmung zur Typisierung gefallen war, ich jedoch beruflich sehr stark eingespannt bin, war es nun keine Frage des „ob“, sondern nur des „wann“. Es stellte sich heraus, dass die Spende exakt in der Woche liegen sollte, die ich im gesamten Frühjahr beruflich noch nicht verplant hatte. Die Voruntersuchung und das Aufklärungsgespräch ließen sich ideal in die Rückfahrt einer Dienstreise integrieren, nur den bereits reservierten Zug musste ich umbuchen, ein Klacks. So sagte ich zu. Die WSZE organisierte ein Hotel in der Nähe der Spendezentrale und ich kam zur Voruntersuchung. Die war so gründlich, dass sie meinen jährlichen Checkup bei meiner Hausärztin locker ersetzen kann. Im Rahmen des Aufklärungsgesprächs wurden auch die Nebenwirkungen der Spende, der zu verabreichenden Medikamente und alle Risiken aufgezählt. Eigentlich hätte ich jetzt heimfahren müssen, denn vor allem die Nebenwirkungen waren statistisch gesehen eher zu erwarten als unwahrscheinlich. Zumindest nach dem, was mir an Zahlen präsentiert wurde. Da ich mich aber einmal entschieden hatte und Nebenwirkungen bislang nur vom Beipacktzettel kannte, unterschrieb ich die vorgelegte Einwilligung in die Spende und dachte mir, dass die Anreise per Auto doch wohl für mich das größte Risiko darstellen dürfte. Ich erhielt meine Unterlagen, die im Vorfeld der Spende zu verabreichenden Spritzen, Pflaster und prophylaktisch Schmerzmittel und eine Rund-um-die-Uhr-Notfalltelefonnummer, falls mir was passiere.

In der Woche darauf, ich war gerade beruflich in Krefeld, erhielt ich einen erneuten Anruf der WSZE. Bei der Untersuchung meines Bluts gab es ein labortechnisches Problem. Ob und wann ich kurzfristig nochmals eine Blutprobe abgeben könne. Da ich meine Sitzungen gerade beendet hatte, konnte ich direkt über Ratingen nach Hause fahren, lag ja quasi auf dem Weg. Diesmal klappte es dann auch mit der Blutuntersuchung.

In den Tagen vor der Spende musste ich mir morgens und abends nach einem genauen Plan jeweils zwei Spritzen z.B. in den Bauch geben. Das verabreichte Medikament bewirkt eine vermehrte Bildung von Stammzellen, die dann im Blut „rumschwimmen“ und bei der Spende praktisch „abgefischt“ werden können. Ich machte den Fehler, den Beipackzettel der Spritzen zu lesen, denn die beschriebenen Nebenwirkungen klingen alles andere als verlockend. Aber auch hier war das Glück auf meiner Seite. Das Setzen der Spritzen war viel einfacher als ich dachte und weit weniger schmerzhaft als ein Stich mit einer Nähnadel. Und erst mit Spritze Nr. 14, also der letzten, verpasste ich mir einen ersten blauen Fleck. Dieser und das Gefühl, lang und intensiv im Garten gearbeitet zu haben – Horst Schlämmer, stellvertretender Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts, würde sagen, er hätte „Rücken“ – waren meine einzigen Nebenwirkungen. Vor der Spende.

Am Vorabend der Spende reiste ich in Ratingen an und am Spendetag ging es dann um 8 Uhr gut gestärkt nach dem Hotel-Frühstück los. Ich wurde an die Maschine, die einem Dialysegerät ähnelt, angeschlossen und dann summte und rauschte das Gerät für 5 Stunden neben mir rum. Die Nadeln im Arm taten überhaupt nicht weh, das Stechen erfolgte für mich unbemerkt. Jede Blutspende ist, wenn man das überhaupt so nennen kann, schmerzhafter. Drei Mitarbeiterinnen der WSZE ließen mich nicht aus den Augen, soweit ich das, da ich einen guten Teil der Zeit verschlief, mitbekam. Sie sorgten sich um kalte Hände ebenso wie um Kalzium- und Schokoladenmangel. Für alles gab es probate Gegenmittel. Gegen eventuell auftretende Langeweile gab es eine reich bestückte Videothek mit Flachbildfernseher und Kopfhörern. Und gegen 14 Uhr wurde ich vorläufig mit einem Angebot für ein Mittagsessen entlassen. Während sich emsige MitarbeiterInnen des WSZE mit dem Zählen meiner Stammzellen – war die produzierte Menge hinreichend? – beschäftigten, machte ich einen Spaziergang zum nahe gelegenen Schloss, die Sonnenstrahlen eines wundervollen Frühlingstages genießend. Nach 90 Minuten trafen wir uns alle wieder im WSZE, wo mir mitgeteilt wurde, dass ich eine ausreichende Menge an Stammzellen gespendet hätte und ich am nächsten Tag nicht nochmals zu kommen brauche. Da sich eine weitere, die zweite Nebenwirkung breit machte – Müdigkeit, obwohl ich fast die ganze Zeit geschlafen hatte –, beschloss ich, erst am nächsten Tag die 300km-lange Heimfahrt anzutreten.

Aktuell haben die Nachuntersuchungen meiner erneut entnommenen Blutproben begonnen, um zu sehen, ob ich alles gut überstanden habe. Und in den nächsten Jahren wird es noch den einen oder anderen Fragebogen zu meinem Befinden geben.

Wenn für die Empfängerin oder den Empfänger meiner Stammzellen alles so gut verläuft – und das wünsche ich ihr/ihm von Herzen – wie bei meiner Spende und dem gesamten Umfeld dazu, so dürfte er/sie auf dem besten Weg der Gesundung sein. Das wäre das Allerschönste.

Den Damen und Herren des WSZE gilt mein ganz herzliches Dankeschön für die tolle Organisation, zuvorkommende Betreuung und dass sie durch ihre Arbeit Stammzellenspendern das Helfen so leicht und einfach machen. Und letztlich geben sie durch Ihre Arbeit todkranken Menschen Hoffnung auf Leben und Zukunft.

Peter Heidrich, Ludwigshafen am Rhein, Frühjahr 2014