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Spender werden

Lassen Sie sich typisieren, damit Sie als potenzieller Stammzellspender zur Verfügung stehen können, wenn es darauf ankommt ein Menschenleben zu retten!

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Die Kosten einer Typisierung werden weder durch Bund oder Länder noch durch die Krankenkassen getragen. Daher sind wir auf Ihre finanzielle Hilfe angewiesen.

Organisieren Sie eine Typisierungsaktion!

In Ihrem Umfeld ist jemand auf eine Stammzellspende angewiesen und Sie möchten eine Typisierungsaktion organisieren? Wir unterstützen Sie gern!

Spenderbericht von David Filusch

Leukämiepatientin trifft Lebensretterin. WSZE: Warum hast du dich als Spender registrieren lassen?

David: Das Ganze liegt bereits einige Jahre zurück. Damals habe ich noch bei meinen Eltern gelebt und war gerade Zivildienstleistender. Zu der Zeit ist ein Bewohner meiner Heimatstadt an Leukämie erkrankt. Es gab jedoch keinen passenden Spender und daher haben Familie und Freunde eine große Typisierungsaktion organisiert. Die Lokalpresse unterstützte diese Aktion durch Aufrufe in Radio und Zeitung. Man hat versucht so viele Menschen wie möglich zu mobilisieren, was auch geglückt ist. Auch wenn ich den Patienten nicht kannte, gingen mir die Umstände sehr nah. Daher habe ich mich ebenfalls typisieren lassen. Der Aufwand war wirklich klein.

WSZE: Wie lange hat es gedauert, bis du dann als Spender angefragt wurdest? Wie hast du dich dabei gefühlt?

David: Zwischen der Typisierung und der Spende vergingen sechs oder sieben Jahre. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nie gedacht jemals als Spender in Frage zu kommen. Natürlich lässt man sich typisieren mit dem Hintergedanken, irgendwann einem schwer erkrankten Menschen helfen zu können. Jedoch bin ich davon ausgegangen, dass es einem Sechser im Lotto gleichkommen dürfte, je in diese Lage zu kommen. Als ich im vergangenen Oktober die Nachricht bekam, dass ich als Stammzellspender in Frage komme, habe ich wirklich nicht damit gerechnet. Zu dem Zeitpunkt war ich noch Student an der Technischen Universität in München und mitten in meiner Masterarbeit. Mein Sozialleben habe ich auf ein Minimum runtergeschraubt und ich war vollkommen überarbeitet. Das Geld war knapp und ich hatte keinen Job für die Zeit nach meinem Studium in Aussicht. Das Gefühl, einem Schwererkrankten durch eine Stammzellspende eine zweite Chance geben zu können, war wirklich überwältigend. Zu diesem Zeitpunkt war die Nachricht über die bevorstehende Stammzellspende ein richtiger Motivationsschub. Andrerseits hatte ich auch große Zweifel, ob ich überhaupt alles unter einen Hut bringen könnte. Der Termin für die Abgabe meiner Masterarbeit stand bereits, und beim Eintreffen der Nachricht über die bevorstehende Stammzellspende war ich von einem Ziel noch meilenweit entfernt. Tatsächlich flog ich nur wenige Tage vor der Vorstellung meiner Masterarbeit für die Voruntersuchung von München nach Düsseldorf. In der gleichen Woche bekam ich ebenfalls eine Zusage für einen Job nach meinem Studium. Es hat sich also alles zum Guten gewendet.

WSZE: In deinem Fall wurde eine sogenannte periphere Stammzellspende durchgeführt. Dabei werden die Stammzellen nicht in Vollnarkose entnommen, sondern direkt aus dem Blut gefiltert. Kannst du mehr dazu erzählen?

David: Die periphere Stammzellspende an sich lässt sich mit einer Dialyse vergleichen. Dabei wird man an eine Maschine angeschlossen, die die Stammzellen aus dem Blut herausfiltert. Der Vorgang dauert in etwa sechs Stunden und muss je nach Stammzelldichte im Blut gegebenenfalls am Folgetag wiederholt werden. Der ganze Prozess ist nicht schmerzhaft. Das Schwierigste ist lediglich seine Blase zu koordinieren, da man während der Spende nicht auf die Toilette gehen kann. Die Spende fand nicht im Krankenhaus, sondern im Blutspendezentrum des DRK in Ratingen statt. Dort befindet sich ein Raum mit mehreren Maschinen zum Herausfiltern der Stammzellen. Die Atmosphäre war ganz angenehm. Während der Spende kann man nicht wirklich viel machen, außer Fernsehschauen.

WSZE: Musstest du dich auf die Spende vorbereiten?

David: Damit die Stammzellen aus dem Blut gefiltert werden können, müssen sie zunächst dazu angeregt werden, aus dem Knochenmark ins Blut überzutreten. Dafür beginnt man einige Tage vor der peripheren Stammzellspende, sich mehrfach täglich ein Präparat (G-CSF) in die Bauchfalte zu spritzen. (Anmerkung der WSZE: G-CSF steht für Granulozyten-Kolonien-stimulierender Faktor und ist ein körpereigener Botenstoff.) Da ich mich zuvor noch nie selbst gespritzt habe, hat es mich zunächst ziemlich viel Überwindung gekostet. Mit der Routine ging das Spritzen jedoch ziemlich gut. Das Medikament hat einige grippeähnliche Begleiterscheinungen wie beispielsweise Gliederschmerzen. Daher nimmt man parallel Schmerzmittel. Trotz des Schmerzmittels waren die Gliederschmerzen bei mir dennoch vorhanden. Über die Art des Schmerzes habe ich keinen Vergleich, jedoch stelle ich mir so den Körper mit 80 Jahren vor. Besonders betroffen waren der Rücken und das Becken.

WSZE: Wie lief es dann bei der Entnahme der Stammzellen?

David: Die Entnahme verlief bei mir ohne besondere Vorkommnisse. Nach sechs Stunden konnten genügend Stammzellen aus meinem Blut herausgefiltert werden, sodass ich nicht noch einmal am nächsten Tag antreten musste. Nach der Einstellung des G-CSFs ging das Wohlbefinden auch wieder bergauf, auch wenn ich noch einige Tage nach der Einstellung des Präpararestes Rückenschmerzen hatte. Das Gefühl nach der Spende war etwas eigenartig. Normalerweise hat man beim Stichwort Stammzellspende das Bild einer Knochenmarkspende im Kopf, die für den Spender mit einem weitaus größeren Aufwand verbunden ist. Ich kann mich noch dran erinnern wie ich dachte „Und? Das war’s jetzt?“.

WSZE: Weißt du, für wen du gespendet hast? Würdest du den Empfänger kennenlernen wollen?

David: Während der Voruntersuchung wurde mir mitgeteilt, dass es sich bei dem Patienten um einen Franzosen handelt, der mir in Alter und Statur ähnelt. Mehr werde ich vermutlich nicht erfahren, da die in Frankreich zuständigen Dienste einen großen Wert auf die Anonymität von Spender und Patienten legen. Mir persönlich war nicht wichtig, wer meine Stammzellen bekommt. Selbstverständlich ist die Neugier groß, zu wissen wem man denn geholfen hat. Ich kann mir auch vorstellen, dass es Mittel und Wege gibt, solche Informationen beispielsweise mit Hilfe des Internets herauszufinden. Ich für meinen Teil habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen, da das Kennenlernen von Spender und Patient bei beiden Seiten mit einer gewissen Erwartungshaltung einhergeht. Es ist ein schönes Gefühl Spender zu sein und ich glaube auch, dass es den Patienten sehr gefreut hat einen passenden Spender gefunden zu haben, da das keine Selbstverständlichkeit ist. Natürlich hoffe ich, dass der Patient bald wieder gesund wird. In dem Fall können wir beide die Stammzellspende mit etwas Schönem verbinden. Aktuell bin ich mir nicht sicher, ob ich diese Situation ändern möchte.

WSZE: Würdest du wieder spenden? Was würdest du anderen sagen, warum es sich lohnt, sich typisieren zu lassen?

David: Ich würde jederzeit wieder spenden. Warum man sich typisieren lassen sollte, ist wirklich einfach: Wenn man irgendwann spendet fühlt man sich einfach toll, weil man einem Menschen eine zweite Chance schenken konnte.