BITTE UNTERSTÜTZEN SIE UNS IM KAMPF GEGEN LEUKÄMIE:

Spender werden

Lassen Sie sich typisieren, damit Sie als potenzieller Stammzellspender zur Verfügung stehen können, wenn es darauf ankommt ein Menschenleben zu retten!

Ohne finanzielle Hilfe geht es nicht ...

Die Kosten einer Typisierung werden weder durch Bund oder Länder noch durch die Krankenkassen getragen. Daher sind wir auf Ihre finanzielle Hilfe angewiesen.

Organisieren Sie eine Typisierungsaktion!

In Ihrem Umfeld ist jemand auf eine Stammzellspende angewiesen und Sie möchten eine Typisierungsaktion organisieren? Wir unterstützen Sie gern!

Bericht unseres Spenders Benedikt Roemer

Nachdem nun auch mein Vater im Herbst 2006 an Leukämie erkrankte, war mir klar, dass ich den schon lange geplanten Schritt, mich bei einer Knochenmarkspenderzentrale typisieren zu lassen, endlich in Angriff nehmen muss. Im Sommer 2007 habe ich schließlich nach Rücksprache mit meinem Hausarzt bei der Westdeutschenspenderzentrale (WSZE) angerufen und um Zusendung der Unterlagen für eine Typisierung gebeten. Die hierdurch entstehenden Kosten wollte ich selbst tragen, also habe ich eine Spende in Höhe von 50 Euro an die WSZE getätigt. Schon am nächsten Tag hatte ich die Unterlagen hierfür in der Post. Sie bestanden aus einem Brief (Einverständniserklärung) und einer Spritze zur Blutabnahme. Am nächsten Morgen ließ ich routinemäßig ein Blutbild bei meinem Hausarzt machen und mir dabei auch das Typisierungsröhrchen abnehmen. Dieses wurde dann ganz unkompliziert mit der Deutschen Post an das Labor verschickt. Nach einigen Tagen erhielt ich erneut Post mit meinen sogenannten HLA Merkmalen und einer Spendernummer, mit der ich ins Register (Knochenmarkspenderdatei) aufgenommen wurde.

Ich darf spenden! Mitte Mai 2008 erhielt ich von der WSZE einen Anruf, dass ich als potentieller Spender für einen Patienten in den USA in Frage kommen würde. Nachdem ich mich mit weiteren Tests einverstanden erklärt hatte, erhielt ich ca. 2 Tage später einen Karton mit Unterlagen für die nächste Untersuchung. Dieser enthielt ca. 13 Spritzen zur Blutabnahme. Nach Absprache mit der WSZE wurde die Blutabnahme erneut bei meinem Hausarzt durchgeführt. Nach anfänglichem Schock über die Anzahl der Röhrchen stellte sich jedoch heraus, dass es überhaupt nicht schlimm war. Einige Ampullen Blut wurden wieder mit der Post verschickt, andere von einem Kurier beim Arzt abgeholt und sofort in die USA weitergeleitet. In der zweiten Juniwoche erreichte mich der Anruf der WSZE auf der Arbeit, dass meine Merkmale 100%ig übereinstimmen würden und man mich gerne als Spender haben möchte. Man erläuterte mir eingehend noch einmal die beiden Methoden: periphere Stammzellenspende und die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm unter Vollnarkose Danach erklärte man mir, dass es sich bei dem Patienten in den USA um ein an Leukämie erkranktes Kind handele und man um eine Knochenmarkspende aus dem Beckenkamm gebeten habe. Man unterrichtete mich über die Dringlichkeit, die von den Ärzten in den USA ausging und bat mich am 16.06.2008 in Ratingen zur weiteren Untersuchung zu erscheinen, sofern ich immer noch zu einer Spende bereit wäre.

Die Untersuchung Am besagten Tag traf ich um 9.00 Uhr in Ratingen ein und wurde erneut umfassend über alles aufgeklärt. Danach wurde ich gebeten, eine Urinprobe abzugeben und wiederum viele Röhrchen Blut zu lassen. Sah schlimmer aus, als es war. Es wurde noch ein EKG gemacht und ich musste einen englischsprachigen (Gott sei Dank hatte ich eine deutsche Übersetzung), stellenweise sehr lustigen und merkwürdigen Fragebogen aus den USA ausfüllen bzw. ankreuzen. Von Ratingen fuhr ich zum Augusta Krankenhaus nach Düsseldorf, um mich bei den Anästhesisten vorzustellen. Eine nette Ärztin erklärte mir kurz, wie alles ablaufen würde und füllte den Anästhesiefragebogen mit mir gemeinsam aus. Damit war dann alles klar. In zwei Wochen, am Sonntag den 29.06.2008, sollte ich mich um 17.00 Uhr zur stationären Aufnahme im Augusta Krankenhaus einfinden.

Die Spende Es war der Tag des EM-Finalspiels und Deutschland war mit dabei. Lieber hätte ich mit Freunden gemeinsam dieses Spiel angesehen, aber da wir verloren haben, war es nur halb so schlimm. Vor allem diente es einer guten Sache. Nach der Aufnahme im Krankenhaus erhielt ich ein wunderschönes Einzelzimmer mit Dusche, Toilette und natürlich Fernseher. Alle waren überaus nett, freundlich und hilfsbereit zu mir. Natürlich war ich aufgeregt, (nicht alleine wegen des EM-Spiels) nein, auch vor der anstehenden Operation. Die Nachtschwester brachte mir eine Beruhigungstablette, dir mir bereits verordnet worden war, und versprach, mich um 6.00 Uhr zu wecken. Man ist sich bewusst, wie aufgeregt ein Spender zu diesem Zeitpunkt ist.

Nachdem ich nach Einnahme der Tablette und nach dem verlorenen Endspiel relativ schnell in den Schlaf gefunden hatte, wurde ich wie versprochen am nächsten Morgen freundlich geweckt. In aller Ruhe, aber noch etwas benommen, konnte ich mich duschen und fertig machen. Um 7.00 Uhr brachte man mir das hübsche (und es war nicht grün) OP-Hemdchen und wiederum eine Beruhigungstablette. Nachdem ich noch etwas vor mich hin gedöst hatte, war es auch schon kurz nach halb acht und ich wurde zum OP gefahren. Mein Häubchen bekam ich dort auf und wir flachsten noch etwas über das verlorene EM-Spiel und darüber, warum OP-Räume meist so hässlich grün sein müssen. Auf die OP-Liege hüpfte ich noch selbst, dann wurde mir links eine Blutdruckmanschette angelegt und auf dem rechten Handrücken eine Kanüle gesetzt. Eine Frau bat mich, nicht zu erschrecken, da sie eine Sauerstoffmaske kurz über mich halten würde. Ich sollte zweimal kräftig ein- und ausatmen. Lachgas war es nicht, aber der letzte Blick galt der Uhr und es war 7.50 Uhr. An mehr kann ich mich nicht erinnern.

Um ca. 9.10 Uhr wurde ich wieder wach, ich lag im Aufwachraum in meinem Bett. Ich spürte einen dumpfen Schmerz am Becken, so als ob ich einen blauen Fleck hätte. Mehr war es nicht. Ich bekam noch etwas Flüssigkeit über den Tropf und man erklärte mir ein Gerät, mit dem ich mir selbst Schmerzmittel dosieren konnte. Auf meinem Zimmer gab es dann ein Frühstück. Das war jetzt genau das, was ich brauchte. Ich hatte richtig Hunger. Das leichte Kratzen im Hals war eigentlich kaum wahrzunehmen. Irgendwie wollte ich nur so schnell wie möglich wieder auf die Beine. Nach Rücksprache mit den Ärzten und den ersten Schritten unter der "strengen" Aufsicht des Pflegepersonals lief ich bereits gegen 11.00 Uhr alleine über den Flur. Schmerzmittel habe ich auch nicht gebraucht. Bei mir war der Schmerz wirklich nur so stark wie ein blauer Fleck. Am liebsten wäre ich bei der Visite am Nachmittag schon nach Hause gefahren. Ich fühlte mich fit, doch der Chefarzt bat mich, sicherheitshalber doch noch eine Nacht zu bleiben. Da der Aufenthalt in der Klinik ein wenig an einen Hotelaufenthalt erinnerte, war die Vorstellung, noch eine Nacht zu bleiben, keineswegs unangenehm. Es war ja ohnehin so geplant und vorgesehen.

Mein Dank geht an dieser Stelle an das gesamte Team des Augusta Krankenhauses in Düsseldorf, insbesondere an Frau Dr. Kreisig, von der ich später erfuhr, dass sie mich persönlich operiert hat, und an alle Menschen, die sich bereits haben registrieren lassen oder (durch meinen Bericht angespornt) nun auch potenzielle Spender werden möchten. Es ist ein unbeschreibliches gutes Gefühl, ein Menschenleben möglicherweise retten zu können mit solch minimalem Einsatz. Vielleicht ist man eines Tages selbst einmal auf eine Knochenmarkspende angewiesen und denkt erst dann darüber nach, wie wichtig so etwas ist. Also:

Nur Mut, werde Spender und melde dich!!!
(Benedikt Roemer)