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Was ist Blutkrebs?

Was ist Blutkrebs eigentlich genau? Warum sind Stammzellenspenden bei Leukämie so wichtig? Und woher kommt die Bezeichnung Leukämie? Wir erklären dir alles, was du zu Blutkrebs wissen musst.

Blutkrebs

Was genau ist Blutkrebs eigentlich?

Stammzellspenden sind für viele Blutkrebs Patienten überlebenswichtig, aber was genau versteht man denn eigentlich unter Blutkrebs? Das Wort Blutkrebs sagt schon einiges über die Form des Krebses aus. Allerdings handelt es sich bei Blutkrebs nicht nur um einen Krebsbefall des Blutes, sondern des gesamten blutbildenden Systems. Blutkrebs ist also eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems.


Das blutbildende System

Zum blutbildenden System gehört nicht nur Blut, sondern auch das Knochenmark und lymphatische Organe sind Teile des Systems. Zu den lymphatischen Organen gehören beispielsweise die Milz, die Lymphknoten oder auch die Mandeln. Im Knochenmark bilden sich die Blutzellen. Zu den Blutzellen gehören die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Ist dieses blutbildende System ganz oder teilweise von Krebszellen befallen, spricht man von Blutkrebs.


Blutkrebs in Zahlen

Blutkrebs ist eine relativ seltene Krebserkrankung. In Deutschland macht Blutkrebs nur etwa 2,4% aller Krebserkrankungen aus. Ungefähr 12.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr neu an Blutkrebs. Das Risiko an Blutkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter an. Die meisten Blutkrebs Patienten sind bei ihrer Diagnose zwischen 60 und 70 Jahren alt. Dennoch ist häufigste Krebserkrankung bei Kindern Blutkrebs, aber nur 4% aller Blutkrebs Patienten sind unter 15 Jahre alt.


Und was ist Leukämie?

Häufig hört man im Zusammenhang mit Blutkrebs auch den Begriff "Leukämie". Was genau versteht man denn unter Leukämie? Leukämie ist einfach nur ein anderer Begriff für Blutkrebs. Übersetzt bedeutet Leukämie "weißes Blut", was daher stammt, dass Blutkrebs Patienten in der Regel eine stark erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut aufweisen. Leukämie wird als Überbegriff für eine Gruppe von Krebserkrankungen des blutbildenden Systems genutzt. Die Unterformen der Leukämie unterscheiden sich teilweise stark voneinander, was die Ursachen, die Behandlungsmöglichkeiten oder auch die Heilungsaussichten anbelangt.


Die Entstehung von Blutkrebs

Blutkrebs entsteht während der Teilung der Blutstammzellen. Während ihrer Entwicklung teilen sich die Blutstammzellen im Knochenmark nämlich mehrfach. Durch die Teilung der Blutstammzellen entstehen Blutzellen, also weiße und rote Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Diese Blutstammzellen, auch Vorläuferzellen von Blutzellen genannt, können sich im Knochenmark verändern, wenn ein Fehler in der Erbinformation auftritt. Durch den Fehler in der Erbinformation reift die Zelle nicht richtig heran. Diese funktionsuntüchtigen, unreifen Zellen können bösartig entarten und sich anschließend unkontrolliert vermehren.

Die Leukämiezellen verdrängen die gesunden Zellen zunehmend und reichern sich im Knochenmark an. Vom Knochenmark aus gelangen die Leukämiezellen leicht ins Blut. Leukämie kennzeichnet sich dadurch, dass unreife Blutzellen statt der weißen Blutkörperchen entstehen. Diese unreifen Blutzellen können ihrer eigentlichen Funktion folglich nicht nachgehen. Dadurch erhöht sich die Anzahl der weißen Blutkörperchen bei vielen Blutkrebs Patienten stark. Das Tückische an Blutkrebs ist, dass sich die Zellen über das Blut schnell im ganzen Körper verteilen können und von dort weitere innere Organe befallen. Bei Leukämie handelt es sich um einen Krebs, der nicht ein Organ, sondern ein Organsystem befällt.


Stammzellenspende bei Leukämie

Eine Stammzellenspende bei Leukämie ist für viele Blutkrebs Patienten die große Hoffnung auf Heilung. Im Falle einer Chemo- oder Strahlentherapie kann es dazu kommen, dass nicht alle erkrankten Zellen zerstört werden. Dann liegt die ganze Hoffnung bei Leukämie auf einer Stammzellenspende. Die Stammzellenspende bei Leukämie stellt somit die einzige verbleibende Überlebenschance dar. Die blutbildenden Zellen und auch die Immunzellen des Blutkrebs Patienten werden vor einer Stammzelltransplantation zerstört. Das geschieht über eine sehr starke Strahlen- und Chemotherapie. Durch die Stammzellenspende kann schrittweise ein komplett neues blutbildendes System aufgebaut werden.


Heilungschancen bei Blutkrebs

Die Heilungschancen und die Lebenserwartung bei Blutkrebs haben sich in den vergangenen Jahren enorm verbessert. Heute ist Leukämie grundsätzlich heilbar. Die Heilungschancen sind abhängig von Alter, Vorerkrankungen, Diagnose und dem Erfolg der Therapie. Je jünger, umso größer sind die Heilungschancen. Bei den Heilungschancen gibt es auch Unterschiede zwischen der akuten myeloischen Leukämie und der chronischen myeloischen Leukämie.


Heilungschancen bei akuter myeloischer Leukämie
Die Heilungschancen sind stark von der Schnelligkeit des Handelns abhängig. Sobald die Diagnose gestellt ist, sollte mit der Behandlung der Leukämie begonnen werden.


Heilungschancen bei chronischer myeloischer Leukämie
Bei einer chronischen myeloischen Leukämie beginnt man im Normalfall mit einer Behandlung über sogenannte Tyrosinkinasehemmer. Häufig ist es mit dieser Behandlung möglich, die Leukämie über Jahre hinweg zu bremsen. Eine vollständige Heilung ist bei einer chronischen myeloischen Leukämie nur durch eine Stammzelltransplantation möglich.


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