Die Westdeutsche SpenderZentrale (WSZE) ist eine vorwiegend in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland tätige Datei für freiwillige Knochenmark- und Blutstammzellspender und zählt mit über 150.000 registrierten Spendern zu den größten Dateien in Deutschland. Sie entstand im Januar 2007 durch Fusion der Knochenmarkspenderzentrale Essen (SZE) und der KMS-West.
Die Westdeutsche SpenderZentrale ist eine gemeinnützige GmbH unter der Trägerschaft des Universitätsklinikum Essen und des DRK-Blutspendedienst West. Somit können die Ressourcen zweier auf ihrem Gebiet versierter Unternehmen genutzt werden: Der enge Bezug zur Klinik am Universitätsklinikum Essen, wo eines der größten Transplantationszentren der Welt ansässig ist und die Logistik und Vernetzung des Blutspendedienstes West.
Durch die Nutzung gemeinsamer Ressourcen konnten die Leistungen für die Spender und die Patientversorgung noch weiter verbessert werden.
Die WSZE wird auch in Zukunft mit aller Kraft ihre Arbeit zu Gunsten von Patienten, für die eine Blutstammzelltransplantation die einzige Überlebenschance darstellt, sinnvoll fortzusetzen versuchen.
Die bisherigen Erfolge bei der Knochenmark-/ Blutstammzelltransplantation mit freiwilligen Spendern zeigen uns, dass es wirklich möglich ist, verzweifelten Menschen wieder Hoffnung zu geben und in vielen Fällen eine vollständige Heilung zu erreichen.
Hier eine chronologische Übersicht über die Entwicklung der Dateien bis zur Fusion zur Westdeutschen SpenderZentrale (WSZE):

Gründung der Knochenmark-Spenderzentrale Essen (SZE)
Noch im Jahre 1991 befanden sich viele Patienten, die dringend eine Knochenmarkspende benötigten, in einer ausweglosen Situation: In ihrer Familie war kein geeigneter Spender zu finden, und unverwandte Spender gab es zumindest in Deutschland nicht.
Aus dieser Not heraus entschlossen sich die Transplantationszentren Essen und Düsseldorf für Nordrhein-Westfalen die Initiative zu ergreifen und gemeinsam einen Knochenmark-Spenderpool aufzubauen. Viele Familienangehörige von Betroffenen erklärten sich spontan bereit, als Knochenmarkspender für nichtverwandte Patienten in einer Spenderdatei zur Verfügung zu stehen, und im März 1991 konnten in wenigen Tagen durch eine Privatinitiative in Zusammenarbeit mit der Stefan-Morsch-Stiftung ca. 1.500 freiwillige Knochenmarkspender für die Spenderzentrale Essen gewonnen werden.
Gleichzeitig wurde dank finanzieller Unterstützung durch die Elterninitiative der Kinderkrebsklinik Düsseldorf für die Spenderzentralen Düsseldorf und Essen ein Software-Programm zur Registrierung und Verwaltung freiwilliger Knochenmarkspender entwickelt und in Betrieb genommen. Die Spenderdaten wurden in anonymisierter Form zunächst an die „provisorische“ zentrale Datenbank der Deutschen Stiftung Organtransplantation in Heidelberg, ab Juli 1992 an das neu gegründete Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) in Ulm gemeldet.
Weitere Entwicklung:
Juni 1992:
Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Knochenmarkspende in Nordrhein-Westfalen (LAG NRW) als regionales Modell für eine bürgernahe Spenderbetreuung.
Mitglieder: Die Spenderzentralen Düsseldorf und Essen, die universitären, kommunalen und DRK-Blutspendedienste des Landes, die Knochenmark-Transplantationzentren der Universitäten Düsseldorf und Essen, die Landeskrankenkassen und die Ministerien für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW.
Ziel: Ausbau der Knochenmark-Spenderegister NW auf 50.000 registrierte Spender mit finanzieller Unterstützung der Landeskrankenkassen.
Ende 1993:
Einstellung der Finanzierung für HLA-Testungen durch die Landeskrankenkassen; Auflösung der LAG NRW und Fortführung der SZE als eigenständige Datei des Universitätsklinikum Essen in Kooperation mit den Blutspendediensten Bad Oeynhausen, Breitscheid, Dortmund, Münster und Wuppertal.
Entwicklung der Knochenmark-Spenderdatei des DRK-Blutspendedienst West (KMS-West)
1993 begannen auch die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes in Bad Kreuznach und Breitscheid mit dem Aufbau eigener Knochenmark-Spenderdateien. Interessierten Blutspendern wurde auf Spendeterminen die Möglichkeit geboten, sich typisieren zu lassen. Die Typisierungen, d. h. die Bestimmung der HLA-Gewebemerkmale, erfolgten in den Laboren in Bad Kreuznach und Breitscheid. Während die transplantationsrelevanten Daten der in Bad Kreuznach registrierten Knochenmarkspender direkt an das deutsche Zentralregister (ZKRD) in Ulm übermittelt wurden, wurden die entsprechenden Daten der über das Zentrum Breitscheid gewonnenen Spender zunächst über die Spenderzentralen Essen und Düsseldorf verwaltet. Im Jahr 2003 kam es dann zum Zusammenschluss der DRK-Blutspendedienste Nordrhein, Westfalen-Lippe, Rheinland-Pfalz und Saarland zur DRK-Blutspendedienst West gGmbH und damit auch zur Fusion der Bad Kreuznacher und Breitscheider Dateien in der KMS-West.

